Die Geschichte des Collegiums

Der Blick in den Innenhof

Durch die Jahrhunderte sieht sich die Gemeinschaft des Deutschen Ordens dem Ursprungscharisma der Gründungszeit (1190) "Helfen und Heilen" verpflichtet. So erwuchs im Jahre 1931 unter Prior Korbinian Langebner OT die Idee, aus dem ehemaligen Pfründnerhaus und Hospiz ein Juvenat für Studenten aus allen Teilen des Landes Südtirol entstehen zu lassen, um damit auch den Ordensnachwuchs zu fördern. 1932 zogen unter Präfekt P. Wolfgang Schnitzer OT die ersten Studenten in das neue Schülerheim ein, das sich sehr bald als zu klein erwies. Prior P. Magnus Hager OT entschloß sich deshalb im Jahr 1934 zu einem Neubau, der 34 Buben Platz bieten sollte. Am 10 Januar 1935 wurde dieser feierlich eröffnet und geweiht.

Die Ordensprovinz stelle gute Regenten und Präfekten für die geistige und auch geistliche Betreuung der Studenten: P. Wolfgang Schnitzer OT, P. Pius Pordatscher OT, P. Adolf Neuhauser OT und vor allem P. Otto Haberer OT. Das Deutschhaus oder das "Collegium Marianum", wie das Juvenat seit Dezember 1937 genannt wurde, gewann an Ansehen. Die ersten Gruppen der Katholischen Aktion unter Josef Ferrari fanden in den Vorkriegsjahren hier ein Zuhause und im Sommer 1940 mietete das Italienische Rote Kreuz sich im Deutschhaus ein.

Der Innenhof oder auch Marmorhof genannt

Am 20. Mai 1943 wurden alle Heime und Schulen in Bozen wegen der Bombengefahr geschlossen. Die Deutsche Wehrmacht besetzte das Marianum als Unterkunft für seine Sanitätseinheit.

Im Bombenhagel des 02.12.1943 wurde das Heim so schwer getroffen, daß es unbewohnbar wurde. P. Otto Habner schloß das Heim und ging als Kooperator nach Lana. Zwei Jahre lang blieb das Marianum geschlossen, bis P. Bernhard Psenner OT nach Bozen geschickt wurde und mit dem Wiederaufbau des Heimes begann. Im Oktober 1945 kehrten die ersten Studenten zurück. Mit dem Schuljahr 1951/52 war das Heim wieder voll belegt. Ein weiterer Um- und Neubau erfolgte im Jahre 1979 unter Regens P. Dr. Bruno Platter OT, der auch die neueste und umfangreichste Komplettsanierung in den Jahren 1999-2000 plante und durchführte.

Das Collegium Deutschhaus-Marianum ist nun 70 Jahre alt, wenn wir die Kriegsjahre abziehen. In dieser Zeit sind aus dem Heim 19 Deutschordenspriester und 10 Welt- und Ordenspriester hervorgegangen. Wenn man bedenkt, daß in der italienischen Provinz des Deutschen Ordens die gesamte Provinzleitung, Prior (Provinzal), Provinzräte, Generalrat, Novizenmeister und Ökonom und dazu der zur Zeit regierende Hochmeister und Althochmeister ehemalige Deuschhausstudenten sind, so darf man wohl sagen, daß die Ordenspriester, die hinter dem gewiß nicht leichten Beschluß von 1931 standen, diesen Schritt nicht zu bereuen brauchen, sondern sich freuen können über den dadurch herbeigeführten Aufschwung der Ordensprovinz.

Unsere Heimstube

Heute bietet das Marianum eine zeitgemäße, moderne und attraktive Wohnmöglichkeit für Schüler und Universitätsstudenten, die an den unterschiedlichen Oberschulen und der neuen Universität von Bozen lernen und studieren.

Das Haus wurde komplett saniert und ermöglicht durch die der heutigen schulischen Erfordernissen entsprechend ausgestatteten Technik, Schülern und Studenten in ihren Zimmern an Computern und mit dem Internet zu arbeiten; die Hausbibliothek auch als Internetcafé zu benutzen; den musischen und sportlichen Aktivitäten nachzukommen und sich als Gemeinschaft im Zentrum der Stadt Bozen wohlzufühlen.

Die christlich-religiöse Erziehung und ethische Bildung wird von der Ordensgemeinschaft durch einen Ordenspriester garantiert, der als Heimleiter dem Marianum vorsteht. Er ist Ansprechpartner für Eltern, Schüler und Universitätsstudenten. Als Ordensgemeinschaft ist der Träger des Collegium Deutschhaus-Marianum somit bemüht, den darin wohnenden Studenten die bestmöglichsten Voraussetzungen für ein solides Studium zu bieten.


 
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