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Homepage
des Collegium Marianum in Bozen
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Die
Ballei an der Etsch u.i. Gebirge
Die Deutschordens-Ballei an der Etsch und im Gebirge Die Ballei "An der Etsch und im Gebirge", wie der historische Name der Provinz Italien/Südtirol des Deutschen Ordens ist, gliedert sich in die drei traditionellen Zweige der Brüder, Schwestern und Familiaren. Ihre Ursprünge gehen in das Jahr 1202 zurück als mit einer ersten Niederlassung der Orden in Bozen Fuß faßte - 12 Jahre nach seiner Gründung im Hl. Land. Der selbstlose Einsatz der jungen Ordensgemeinschaft für die leidenden und hilfsbedürftigen Menschen löste bald eine Fülle von Schenkungen an sie aus und bewirkte damit die rasche Ausdehnung des Ordens im Tiroler Alpenraum. Im Mittelalter teilte sich die Ballei in Kommenden: Bozen (1202); Lengmoos (zwischen 1234 und 1237); Schlanders (1235); Sterzing (1254) und Trient (1283). Die Kommenden in Bozen, Lengmoos und Sterzing waren ursprünglich Hospitäler, wie wir sie gerade im Alpenraum in großer Zahl kennen. Sie lagen am wichtigsten Übergang des östlichen Alpenraums, der Brennerstraße, die bis ins Spätmittelalter - im Gegensatz zu heute - nicht dem Eisack folgte, sondern über den Ritten nach Bozen führte. Und zwar über den St. Ulrichspaß, an dem Lengmoos liegt. Damit wird auch die Funktion deutlich, die die Ballei für den Orden erhielt: Sie bot Herberge in erreichbaren Abständen auf dem Weg nach Süden, zum Einschiffungshafen Venedig. Ebenso hatten die anderen tiroler Niederlassungen diese typische Funktion, auf dem Weg ins Hl. Land den Pilgern und Bedürftigen Schutz und Pflege zu gewähren. Doch mit dem Verlust des Hl. Landes (1303) mußte diese bedeutende Aufgabe der Ballei zurückgehen. Die Wirksamkeit konzentrierte sich nicht mehr so sehr auf den Weg, vielmehr dafür auf die Orte selbst, auf die Hospitäler und die inkorporierten Pfarreien. Schon 1212 hatte der Orden die Martinskirche in Göflan erhalten, 1215 die St. Margarethenkirche in Lana, 1219 die St. Leonhardskirche in Passeier und 1235 die Pfarrkirche in Schlanders. Auch zum Lengmooser Hospital gehörte die Pfarrkirche, ebenso wie der Orden das Pfarrpatronat in Sterzing besaß, und in Trient übernahm er das Augustinerkloster. 1299 kam die Pfarrei Wangen hinzu, 1396 die Pfarreien Lana und Sarnthein und schließlich die Pfarrei Mareit. Damit wird deutlich, daß die Seelsorge in der Ballei "An der Etsch und im Gebirge" für den Orden fortan eine wesentliche Rolle spielte, was bis in die heutige Zeit eine Grundlage seiner dortigen Existenz bildet. Nach Napolens Säkularisierung ist dem Orden in weiten Teilen des heutigen Südtirol vor allem die Seelsorge in ihrer breitesten Fächerung geblieben. Eine grundlegende Erneuerung erfuhr der Deutsche Orden durch die heiligmäßige Person des Priesters und Theologieprofessors P. Peter Rigler, der 1841 in den Deutschen Orden eintrat und somit seinem langgehegten Wunsch, Ordensmann zu werden nachkam. P. Riegler wurde am 28. Juni 1796 in Sarnthein geboren und am 6. September 1818 in der Konzilsstadt Trient zum Priester geweiht. Er war Professor für Moral- und Pastoraltheologie, sowie Rektor am Priesterseminar in Trient. Rigler genoß das Vetrauen des seligen Fürstbischofs von Trient, Johannes Nepomuk Graf von Tschiderer, der ihn auch ermunterte, auf Anfrage des Hochmeisters Erzherzog Maximilian J. von Österreich-Este, dem Deutschen Orden beizutreten. Der Hochmeister suchte eine geistig-geistliche Persönlichkeit, die in der Ordensgemeinschaft weitgehende Reformen vor allem des spirituellen Lebens unter den Brüdern durchführen sollte. So übernahm er bereits 1842, kurz nach Ablegung der feierlichen Profeß in der Kommendekirche St. Georg zu Weggenstein in Bozen (9. Juni 1842) als Superior die geistliche Leitung des wiedererweckten Instituts der Deutschordenschwestern in Lana, eröffnete ein neues Mutterhaus in Troppau in Schlesien und mehrere Filialhäuser in den Ordensprovinzen. Rigler führte für die Deutschordensprister das bereits erloschene gemeinschaftliche Leben wieder ein und gründete gemeinsam mit Hochmeister Erzherzog Maximilian 1855 den Priesterkonvent in Lana. Der Diener Gottes verfaßte eine Konventsregel, die 1871 von Papst Pius IX. bestätigt wurde und erneuerte somit die Ordensgemeinschaft von ihrem Ursprung her. Rigler, der von Papst Gregor XVI., der "Engel von Tirol" genannt wurde, sicherte mit seiner Reform dem Deutschen Orden die Zukunft. Als erster Prior leitete er die Konventsgemeinschaft in Lana bis zu seinem Tod und fand daneben auch noch die Zeit für zahlreiche Vorträge, Vistitationen im Auftrag des Fürstbischofs und des Hochmeisters, Exerzitien für Priester, Ordensschwestern, Lehrer, Studenten und Jugendliche. Er verfaßte auch mehrere theologische Bücher und Schriften, die seine Sorge um die wahrhaft kirchliche Gesinnung und seinen Eifer für das Heil der Menschen bezeugen. Auf einer Reise von Lana zum Fürstbischof nach Trient starb P. Rigler am 6. Dezember 1873 im Rufe der Heiligkeit in Bozen. Seine vielbesuchte letzte Ruhestätte befindet sich in der Priestergruft des Deutschen Ordens in Lana und die Akten und Dokumente seiner Lebensgeschichte wurden im Hl. Jahr 2000 für seinen Seligsprechungsprozeß der zuständigen Kongregation in Rom übergeben.
Die Existenz des Deutschen Ordens im heutigen Italien mit Brüdern, Schwestern und Familiaren verdeutlicht - was dem Mittelalter selbstverständliche war, jedoch im Zeitalter des Nationalismus des 19. Jahrhunderts im allgemeinen Bewußtsein weitgehend verloren ging -, daß der Deutsche Orden keine nationale Einrichtung war und ist, sondern in seiner weiten Aufgabenstellung auch heute ein grenzübergreifendes, internationales Arbeitsfeld hat; es reicht aufgrund der historischen Entwicklung in Italien derzeit von Rom bis zu den Alpen, ist jedoch grundsätzlich offen für alle Bereiche, in der die Not der Zeit einen Einsatz verlangt und die Kräfte des Ordens ihn zulassen. |
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